Eltern und Kinder das passt irgentwie nicht….
7. November 2009TEIL 1
Wie viel muss oder darf ich mir von den Menschen gefallen lassen die ich liebe? Ganz besonders von meinen Eltern!
Bin ich als Kind immer zu Dank und Gehorsam verpflichtet?
Ich denke nicht, auch Kinder und dabei spielt es keine Rolle ob sie Volljährig sind oder nicht, haben das Recht nein zu sagen und zu leben. Natürlich gefällt das nicht jedem; und wohl am wenigsten den Eltern… Doch wenn ein Kind egal welchen Alters nein sagt, heißt dieses ja nicht das es undankbar sei. Es möchte nur gerade nicht das, was die Eltern möchten. Natürlich sind wir dankbar, wenn wir von den Eltern vor großen Gefahren bewart werden. Ganz besonders bei kleinen Kindern ist das besonders wichtig und an der Tagesordnung, denn ein gesundes Gefühl für Gefahr erwirbt der Mensch erst im Alter von vier Jahren. So ist Gehorsamkeit in diesem Alter auch besonders wichtig… Zu mindest aus der Sicht der Eltern. Die leiben Kleinen wollen nur die Welt entdecken und sind sich gar nicht bewusst , wie sehr das ihren Eltern zu schaffen machen kann. Ist diese Phase erst einmal überstanden, folgen noch ein paar kleinere Trotzphasen. Diese nerven zwar enorm, sind jedoch mit ausreichtend Konsequenz nach kurzer Zeit überwunden.
Bis zum Supergau im Verhältnis zwischen Eltern und Kind… DER PUBERTÄT! Von Dankbarkeit und Gehorsam ist nun nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen. Das eigene Kind wird völlig fremd. Es missachtet jede Grenze , jede Regel, einfach alles. Kinder sind nun immun gegen Verbote und Strafen. Heute noch lieb und anhänglich und morgen kalt und abweisend. Die Anwesenheit der Eltern die die gestern noch sooo wichtig war, ist heute mehr als peinlich! Plötzlich ist die Schule kein Ort mehr an dem der Nachwuchs gerne den Worten der Lehrer lauscht, denn die ganze Aufmerksamkeit gilt dem Spaß in den Pausen und dem anderen Geschlecht. Hat der Sproß bis vor Kurzem noch gern gebadet, geduscht und / oder sich die Zähne geputzt? Dann kommt auf Eltern nun Schlimmes zu. Hygiene ist nicht mehr wichtig. Es ist egal ob der Lieblingspullover sauber ist, wichtiger ist das er gut ankommt. Die Haare sind fettig und hätten eine Wäsche nötig? Quatsch, sie liegen so viel besser und nehmen Haarspray und Gel doppelt so gut an. Abschminken ist wichtig damit die Haut keine Pickel bekommt. Das ist für Mütter die sich gerne schminken wichtig und richtig. Nicht jedoch für ihre Tochter, denn was ich heute nicht abschminke, das muss ich morgen nicht neu machen.
Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, bringt der Nachwuchs dann auch noch den ersten Partner mit nach Hause. Die Zeit des Händchenhaltens ist Geschichte. Nicht länger können sich Eltern auch die Aufklährung in der Schule verlassen. Es ist an der Zeit für das “Frau zu Frau” oder das “Mann zu Mann” Gespräch, vor dem sich Eltern schon fürchten, bevor das Kind geboren ist. Bienchen und Blümchen sind längst aus der Mode… Also was nun? Wie Rede ich offen mit meinem Kind, das mich zu hassen scheint? Hier ist Fingerspitzen Gefühl gefragt. Doch habe ich das als Eltern immer? Nein. Eine altbewährte von Generationen gepflegte Taktik dieses Gepräch zu umgehen und den unlieben Familienzuwachs loszuwerden, ist das “fürsorgliche Gespräch”. Hier bei geht es darum, die große Liebe unseres Kindes, mit möglichst vielen Nachteilen zu betrachten und das unserem Liebling ungefähr so mitzuteilen. ” Schatz, ich weiß ja wie lieb du xxx hast, aber schau dir doch mal seine Freunde an. So ein Umgang ist doch nichts für dich. Wie die alle aussehen. Und die trinken auch so viel…” Leider geht das warnende Wort in diesem Falle immer zum linken Ohr hinein und zum Rechten wieder herraus. Der Zögling wird nun noch mehr mit seiner Liebe unternehmen und noch weniger mit den Eltern. Höchstwahrscheinlich wird er auch alles wo vor er ausdrücklich gewarnt wurde, nun auch selber ausprobieren. So viel zum Thema Gehorsam… Erst wenn die eigene Erfahrung gemacht ist, die große Liebe fort, weil ihre Freunde wichtiger waren, oder der erste Kater überwunden ist, weiß der Teenager erst das Mama und Papa es gut meineten und ihn beschützen wollten. Er wird seinem Eltern nun auch dafür dankbar sein. Ob oder wann seine Eltern dieses erfahren werden, steht jedoch im den Sternen.
Im Grunde sind Kindern ihren Eltern also dankbar, sie sagen es ihnen nur nicht. Und mit dem Gehorsam ist das ähnlich nur ist das annehmen der lieb- und gutgemeinten Ratschläge einfacher, nachdem man seine eigenen schlechten Erfahrungen gemacht hat. Sollten Eltern es das ein oder andere mal schaffen das wissende ” ich hab es dir doch gesagt” herunter zuschlucken, könnten Kinder vielleicht auch einmal Danke sagen.